Handwerklich gefertigte Lederwaren in Brüssel

18 Oktober 2023
Niyona

Das Know-how der Brüsseler Handwerkskünstler ist unbestritten und teils weit über die belgischen Landesgrenzen hinaus bekannt und begehrt. Die Lederwarenbranche steht dem in nichts nach, allen voran das berühmte und geschichtsträchtige Luxuslederwarenhaus Delvaux. 

Delvaux hat es geschafft, die Epochen und Moden zu überdauern und zahlreiche Designer mitzureißen, die sich für Leder als Material begeistern und unablässig nach Exzellenz streben. Die Verarbeitung von edlem Leder ist eine Ode an die Langsamkeit und die Sorgfalt und die Liebe zum Detail. Die Handwerkskünstler bearbeiten das Material so, dass es Generationen überdauert und im Laufe der Jahre eine zarte Patina ansetzt. Möchten Sie ein zeitloses Modell verschenken oder für sich selbst behalten? Hier sind einige Namen, die aus der Brüsseler Lederwarenlandschaft nicht wegzudenken sind.

Lederwaren in Brüssel

AK Studio – Alexandra Kengen

Alexandra Kengen, ihres Zeichens Absolventin der berühmten Brüsseler Modeschule La Cambre Mode(s), hatte schon immer ein besonderes Faible für die Arbeit mit Leder. Sie gründete 2016 das AK Studio und brachte einige Jahre später ihre erste Lederaccessoires-Kollektion auf den Markt. Seitdem entwickelt sich die Marke stetig weiter. AK Studio setzt vor allem auf zeitlose und praktische Basics. Bevorzugtes Material der Designerin ist glattes Kalbsleder, das in einer Gerberei in Spanien verarbeitet und dann in dem Brüsseler Atelier kunstvoll von Hand weiterverarbeitet wird.  

Art & Cuir – Clémentine Caudron

Clémentine Caudron, die am Institut des Arts et Métiers in Brüssel studiert hat, hat sich der Herausforderung gestellt, eine historische Marke zu übernehmen und zu modernisieren, die seit 1906 Lederwaren fertigt: Art & Cuir. Mit ihrem besonderen Savoir-faire führt sie zudem Reparaturarbeiten an. Hinzu kommen Eigenkreationen und Sonderanfertigungen. Interessierte können auch selbst Hand anlegen, denn Clémentine Caudron bietet in ihrem Brüsseler Atelier Leder-Workshops an.

Delvaux

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, über Lederwaren zu sprechen, ohne das älteste Luxuslederwarenhaus der Welt zu erwähnen: Delvaux. Das 1829 von Charles Delvaux gegründete Haus beeindruckt gestern wie heute mit seinem Know-how und der Qualität seiner Kreationen. 1883 wurde ihm gar der prestigeträchtige Titel des belgischen Hoflieferanten verliehen. Der Klassiker des Hauses? Der “Brillant”, der für die Weltausstellung 1958 entworfen und seitdem immer wieder neu erfunden wurde.  

Clio Goldbrenner

Seit mehr als 10 Jahren entwirft Clio Goldbrenner in ihrem Brüsseler Atelier Taschen und Accessoires. Die Designerin wählt hochwertige, oft überraschende Materialien aus, die sie stilsicher und kunstvoll miteinander kombiniert. Ihr Markenzeichen, ein kleines Kettenlogo, macht jedes Modell unverkennbar. Die Kollektion von Clio Goldbrenner wird jede Saison um eine Reihe neuer, zeitloser Stücke erweitert.

Lilù

Emmanuelle Adam - Lilù - entwirft gewissermaßen Taschen für jede Lebenslage. Sie sind praktisch und ästhetisch und mehr als nur ein Modeaccessoire. Sie sind gemacht, um die Zeit zu überdauern. Jede Tasche wird im Einklang mit den Regeln der Kunst in kleinen Auflagen gefertigt, ganz im Sinne der Slow Fashion. Das Leder stammt aus Gerbereien, die nach den hohen europäischen Normen arbeiten, und wird dann in einem Atelier in Ixelles von Hand bearbeitet und modelliert.   

Maison Elise

Lorenzo Lebon

Lorenzo Lebon bezeichnet sich selbst als Designer der Extreme. Im Laufe seiner 30-jährigen Schaffenszeit hat der Designer auf der Suche nach ebenso innovativen wie überraschenden Konzepten immer wieder die Konventionen in Frage gestellt. Er experimentiert, erfindet sich neu, verdreht und jongliert mit Materialien und Funktionen. Die aktuellen Taschenmodelle kommen zwar etwas braver daher, überraschen aber immer wieder mit neuen, originellen Formen. Es handelt sich um so genannte “urbane Origami-Taschen", die man nach Lust und Laune zusammen- und auseinanderfalten kann.  

Michael Guérisse O’ Leary

Die Lederkreationen von Michael Guérisse O' Leary sind an ihren klaren, geometrischen Schnitten erkennbar. Beeinflusst durch sein Architekturstudium am Institut Supérieur d'Architecture Victor Horta in Brüssel, lässt sich der Designer von den großen Meistern der Architektur und des Designs wie Andrée Putman, Gae Aulenti, Gio Ponti, Richard Serra oder Alvar Aalto inspirieren. Seine Accessoires sind wunderbar filigran und überaus elegant. 

Maison Elise

Niyona

Niyona ist das Herzensprojekt von Nina Bodenhorst und Jonathan Wieme. Das 2010 gegründete Design- und Modestudio widmet sich nebenbei auch der Architektur und der Gastronomie. Innerhalb der Brüsseler Lederwarenbranche hat es sich inzwischen einen kleinen Namen gemacht. Niyona ist ein transversales und interdisziplinäres Unternehmen, das sich mit hochwertigem Handwerk und kreativen Prozessen erfolgreich in der zeitgenössischen Szene positioniert. Dabei lotet das Duo immer wieder die Grenzen des Materials aus und experimentiert mit ganz neuen Möglichkeiten, z. B. der Personalisierung des Ledertanks einer Harley Davidson.  

Maison Elise

Yuso

Yuso ist eine Brüsseler Marke für Taschen und Accessoires, die von Gaëlle van der Haegen gegründet wurde. Die Modelle der Designerin werden auf ethische und nachhaltige Weise produziert, denn das verwendete Leder stammt aus den “vergessenen” Lagerbeständen belgischer, französischer und italienischer Luxushäuser. Sie werden von einem Brüsseler Lederhandwerker von Hand bearbeitet und in kleinen Mengen produziert, was ihnen ihre besondere Note verleiht. Gaëlle van der Haegen lässt sich von ihren Reisen inspirieren, um farbenfrohe Capsule Collections zu entwerfen, die nach hohen Umweltstandards gefertigt werden.

Maison Elise