Sechs historische Schwimmbäder in Brüssel

Schwimmbad von Saint-Josse-ten-Noode, (c) A.de Ville de Goyet © urban.brussels

Lust, in die Geschichte einzutauchen und in einer historischen Brüsseler Badeanstalt ganz stilvoll Ihre Bahnen zu ziehen? Wir haben uns ein wenig in der Geschichte der städtischen Schwimmbäder umgesehen und sechs Adressen aufgestöbert, die Teil des Brüsseler Kulturerbes sind. Bereit, sich ins kühle Nass zu stürzen?

Les Bains du Centre, ehemals Bains de Bruxelles

Gemächlich durch die Fluten flügen und zwischendurch einen Panoramablick auf die Kirche La Chapelle erhaschen? Das geht im Obergeschoss der Bains du Centre! Aufgrund der kleinen Fläche und der besonderen Beschaffenheit des Geländes blieb dem Architekten Maurice Van Nieuwenhuyse einst keine andere Wahl, als die beiden hier geplanten Schwimmbäder kurzerhand übereinander zu legen. Dank der Erkerfenster und der riesigen verglasten Dachelemente ist das Schwimmbad vor allem bei Sonnenschein lichtdurchflutet. Ein schönes Stück historischer Architektur, das seine ursprünglichen Art-déco-Elemente bewahrt hat.

Das Schwimmbad von Saint-Josse-ten-Noode

Das Schwimmbad in der Brüsseler Gemeinde Saint-Josse-ten-Noode zählt zweifellos zu einem der schönsten der Stadt. Das 1930 erbaute Art-déco-Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, wurde über zehn Jahre hinweg mit viel Liebe zum Detail restauriert – und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Die eindrucksvolle Fassade, die monumentale Eingangshalle und die in Reih und Glied rings um das Schwimmbecken und im ersten Stock angeordneten Umkleidekabinen wurden im Original erhalten.

Öffentliches Schwimmbad Victor Boin

Das Schwimmbad von Saint-Gilles ist mehr als einhundert Jahre alt. Und bis heute können Sie hier stilvoll in den historischen türkischen Dampfbädern schwitzen, sich in einer der um das Becken herum angeordneten Kabinen umziehen und beim Baden die stilechte Art-déco-Architektur bewundern. Das aus der Zwischenkriegszeit stammende Glasdach des Schwimmbads, das bei schönem Wetter vollständig geöffnet werden konnte, wurde 1980 durch eine Metallkonstruktion ersetzt. Damit verlor Saint-Gilles leider sein Freibad, doch heute bedecken 185 m² Sonnenkollektoren das Dach, die das Schwimmbad umweltfreundlich beheizen.

Neptunium (derzeit geschlossen)

Liebhaber modernistischer Architektur finden im Schwimmbad Neptunium in der Gemeinde Schaerbeek ihr Glück. Das Ende der 1950er-Jahre eröffnete Bad ist ein gelungenes Beispiel für den „Ozeandampferstil“. Inmitten der bugförmigen Elemente, Bullaugen und Balustraden in der zentralen Halle des Schwimmbads wähnt man sich fast an Bord eines Schiffs. Das Schwimmbad wird derzeit umfangreich renoviert und soll Ende 2022 wiedereröffnet werden.

Das Schwimmbad von Ixelles (derzeit geschlossen)

Das Schwimmbad der Gemeinde Ixelles wurde 1904 erbaut und ist somit das älteste Schwimmbad der Region Brüssel-Hauptstadt. Die Kapitelle aus Verbundguss und das Metallgerüst sind die letzten Überbleibsel der typischen Struktur der allerersten Hallenbäder. Wussten Sie, dass die Kabinen mit zwei Eingängen bei der Eröffnung des Schwimmbads eine kleine Revolution waren? Aus hygienischen Gründen mussten die Badegäste eine bestimmte Gangrichtung einhalten und vor dem Bade duschen. Eine Praxis, die auch heute noch in den meisten Schwimmbädern üblich ist. Wen Sie in diesem architektonischen Prachtstück Ihre Bahnen ziehen möchten, müssen Sie sich allerdings noch ein wenig gedulden, denn seit September 2019 ist das Schwimmbad aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen.

Villa Empain

Das majestätische Anwesen im Art-déco-Stil ist in vielerlei Hinsicht ein echtes Brüsseler Highlight. Der imposante Swimmingpool erstreckt sich fast über den gesamten Hinterhof der Villa Empain. Dabei hat der Schweizer Architekt Michel Polak nichts dem Zufall überlassen: Die strengen Linien der Villa spiegeln sich im Wasser wider und werden durch die blauen Mosaikfliesen perfekt in Szene gesetzt. Das Ganze wird von einer Terrasse gesäumt, die wiederum von einer Pergola überdacht ist. Der Pool war einer der modernsten seiner Zeit und besticht auch heute noch durch seine wunderbare „Great Gatsby"-Ästhetik. Achtung: Baden (leider) verboten, Selfies (zum Glück) erlaubt!