Öffentliche Gebäude

Die Nationalbasilika des Heiligen Herzens: ein Ort, an dem sich Spiritualität und Kultur die Hand reichen

art déco - coucher de soleil - patrimoine - nuages

Architekten: Albert VAN HUFFEL, 1921-1935 und Paul ROME, 1921-1970.

Die Kupferkuppel der Basilika von Koekelberg mit ihrer grünen Patina ragt wie ein Leuchtturm aus der Brüsseler Landschaft heraus. Aber wussten Sie, dass dieses monumentale Bauwerk das größte Art-déco-Gebäude der Welt ist? Hier erreicht nicht nur die Spiritualität ungeahnte Höhen, auch Schönheit und Handwerkskunst nehmen geradezu himmlische Dimensionen an. Hier finden regelmäßig Ausstellungen und Konzerte statt, dafür stehen im Inneren 1.500 bis 2.000 Sitzplätze bereit. Darüber hinaus beherbergt die Basilika zwei Museen: Im Musée des Soeurs Noires finden Sie die reiche Kunstsammlung des Klosters der Soeurs Noires mit religiöser und weltlicher Kunst aus mehreren Jahrhunderten. Das Museum für moderne religiöse Kunst konzentriert sich derweil auf zeitgenössische Exponate.

Erschwert durch die beiden Weltkriege dauerten Bau und Fertigstellung ein halbes Jahrhundert. Doch die Pläne, die von dem damaligen König Leopold II. angeregt wurden, nahmen bereits 40 Jahre zuvor Gestalt an. Die Stadt Paris faszinierte den belgischen Herrscher und er selbst träumte von einer Brüsseler Basilique du Sacré Cœur und seinen eigenen Champs-Elysées in der belgischen Hauptstadt. Doch der Erste Weltkrieg hinterließ eine klamme Staatskasse. Ein neues, „abgespecktes“ Projekt musste her, für das der Architekt Albert Van Huffel angeheuert wurde. Dieser setzte in den 1920er-Jahren zunehmend auf Einfachheit und Geometrie. Ganz im Sinne des Art déco strebte er nach einem harmonischen, funktionalen und ästhetischen Gesamtkunstwerk. Für das Modell seines ersten Entwurfs für die Basilika erhielt er einen bedeutenden Preis auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes in Paris, der Messe, die der Art-déco-Bewegung ihren Namen gab. Dieses Modell ist bis heute in der Basilika zu sehen!

  

Wussten Sie, dass...

...der Blick von der äußeren Galerie am unteren Teil der Kuppel (etwa 53 Meter hoch!) bei klarem Wetter bis zum Turm der Kathedrale von Mechelen und sogar bis zur schiefen Ebene von Ronquières reicht?

Die ersten belgischen Monarchen träumten schon immer von einem „königlichen Viertel“ auf dem höchsten Punkt von Brüssel. Möchten Sie mehr über die Pläne zur Erschließung des „Plateau du Koekelberg“ erfahren? Dann sollten Sie sich für eine der zahlreichen Stadtführungen anmelden!

Das Rathaus von Forest: ein Aushängeschild, das wieder in altem Glanz erstrahlt

Hôtel communal de Forest - Gemeentehuis van Vorst
Jean-Baptiste Dewin
© visit.brussels - Jean-Paul Remy - 2022

Architekt: Jean-Baptiste Dewin, 1935-1939

Im Sommer 2024 erlebten die Einwohner der Brüsseler Gemeinde Forest eine schöne Überraschung: Nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten konnte das berühmte Rathaus nun endlich wieder besichtigt werden. Zunächst wurden die Außenfassaden mit dem Mauerwerk und den Steinimitationen, den Metallarbeiten und den Buntglasfenstern in der Ehrenhalle in Angriff genommen. Die zweite Phase konzentrierte sich auf das Interieur und dauerte ganze sieben Jahre (2017 bis 2024). In dieser Zeit wurden die Kellerräume, das Erdgeschoss und der erste Stock restauriert. Die ursprüngliche Polychromie, die hölzernen Tischlerarbeiten, die Marmorverkleidungen und die Eisenarbeiten wurden mit fachmännischer Hand restauriert.

Vor einhundert Jahren wurde der Architekt Jean-Baptiste Dewin mit der Erweiterung des Rathauses beauftragt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte das Projekt noch etwa ein Jahrzehnt lang reifen. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Dewin und der Gemeinde wurde es zu einem Symbol des industriellen Aufschwungs nach dem Ersten Weltkrieg. Der Art-déco-Stil, die zentrale Lage in der Gemeinde, der gut durchdachte Grundriss, die Verwendung lokaler Materialien (die Farbe der Backsteine!), die Form des Turms und die innovative Bildsprache der Skulpturen und Buntglasfenster machen es zu einem einzigartigen Denkmal.

  

Wissenswertes...

Für Dewin, der selbst aus Forest stammt, war dies ein Prestigeprojekt. Er ließ sich zweifellos vom Palais Stoclet inspirieren: Man beachte den von der Achse zurückgesetzten Turm mit seinen langen vertikalen Wandöffnungen und die Skulpturen. Zusammen mit den Glasfenstern repräsentieren sie die Geschichte von Forest, die am häufigsten ausgeübten Berufe und die biologische Vielfalt. Nicht weniger als 11 Bildhauer haben daran mitgewirkt!