Madame Chapeau (dt. „Frau Hut“) sagt Ihnen wahrscheinlich nichts. Doch wer sich für das Brüsseler Kulturgut interessiert, kommt an dieser Frauenfigur fast nicht vorbei. Wie kaum eine andere verkörpert sie die charmanten Eigenheiten und Traditionen der belgischen Hauptstadt. Aber woher stammt sie eigentlich? „Madame Chapeau“, so lautet der Spitzname von Amélie van Beneden, einer der Nebenrollen des berühmten Theaterstücks „Bossemans et Coppenolle“, das 1938 von den beiden belgischen Theatermachern Paul Van Stalle und Joris d'Hanswyck geschrieben wurde. Dieses durch und durch „brusseleirische“ Stück ist eine wunderbare Hymne an die „Zwanze“, d. h. den typisch Brüsseler Humor zwischen aufmüpfigem Schalk und drolliger Selbstironie. Die Uraufführung fand einst im Théâtre du Vaudeville in den Galeries Royales Saint-Hubert statt. Heute wird das Stück regelmäßig im Théâtre des Galeries auf die Bühne gebracht. Um die Geschichte von „Madame Chapeau“ zu ergründen, begeben wir uns auf einen kleinen Exkurs in das Theaterstück, bei dem eine Textzeile lautet: „Ich heiße nicht Madame Chapeau, die Schurken aus meiner strotje [Gasse auf Brusseleir] nennen mich so, weil ich zu vornehm bin, um ohne Hut auszugehen!“. Die Statue aus dem Jahr 2000 stammt von dem Brüsseler Künstler Tom Frantzen, auf dessen Konto auch eine Reihe anderer Skulpturen gehen, die über das Brüsseler Stadtgebiet verstreut sind (z. B. Zinneke-Pis oder Vartkapoen).
Madame Chapeau
Location: Rue des Moineaux, 8, 1000 Bruxelles