Brüssel ist ein Paradies für Liebhaber von Kulturerbe, das hier von Architektur und Geschichte über Denkmäler und Sehenswürdigkeiten bis hin zu Landschaften reicht. Da wäre zum einen natürlich der Brüsseler Grand-Place, der immerhin zu den schönsten Plätzen der Welt zählt. Und zum anderen all die Jugendstilbauwerke, das Atomium und die Basilika von Koekelberg. Die Liste ist lang...
Doch auch außerhalb der Brüsseler Stadtgrenzen gibt es Orte mit einer faszinierenden Geschichte, die oftmals von üppiger Natur umgeben sind. Wir verraten Ihnen zehn Kulturerbestätten, die unbedingt einen Abstecher wert sind:
Die Highlights in Flandern
Das Königliche Museum für Zentralafrika, oder AfricaMuseum, liegt ein wenig außerhalb von Brüssel, in der Randgemeinde Tervuren. Steigen Sie einfach an der Haltestelle Montgomery in die Straßenbahnlinie 44 und unternehmen eine idyllische Reise durch das malerische Waldgebiet Forêt de Soignes. Schon bald zuckeln Sie durch schöne Landschaften, die die Strecke links und rechts der Gleise säumen. An der Endstation erwartet Sie das beeindruckende, unter Denkmalschutz stehende Museumsgebäude und der nicht minder schöne Park. Das Museum setzt sich inzwischen kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Belgiens auseinander und erschließt mit seinen Sammlungen den kulturellen und natürlichen Reichtum Zentralafrikas.
Träumen Sie von Schlössern und anderen majestätischen Bauten? Nur einen Steinwurf von Brüssel entfernt bekommen Sie zum Träumen reichlich Gelegenheit. Das Château de Gaasbeek ist ein historisches Schmuckstück, das von einer glorreichen Vergangenheit zeugt. Hier können Sie durch historische Kulissen schlendern und dabei Wandteppiche, Möbel, Gemälde und andere Kostbarkeiten bewundern. Nicht zu vergessen auch die Gärten und Parks, die das Schloss mit ihren jahrhundertealten Bäumen, Teichen, Alleen und Pfaden umgeben. Das Château de Grand-Bigard, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, ist ein prächtiges Herrenhaus, das heute als privater Festsaal dient. Normalerweise ist es nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, öffnet seine Pforten jedoch im Rahmen verschiedener Großveranstaltungen, z. B. der Blumenausstellung Floralia und des Lichtfestivals Lightopia.
Einen Abstecher in die Natur? Ein Besuch im Botanischen Garten von Meise lohnt sich unbedingt! Mit einer Fläche von 92 Hektar und 18.000 Pflanzen ist er einer der größten botanischen Gärten der Welt. Seine 9 thematischen Gewächshäuser nehmen Sie mit auf eine Reise durch die zahlreichen Pflanzen und Wälder der Erde. Ein herrlicher Ausflug ins Grüne. Haben Sie Lust, mehr über die Geschichte dieses malerischen Ortes zu erfahren? Dann besuchen Sie das Château de Bouchout, das inmitten der Domäne thront.
Mitte April zeigt sich der Hallebos, der Wald von Halle, von seiner schönsten Seite, denn dann erblüht hier ein zartvioletter Teppich aus Hasenglöckchen, die hier wild wachsen. Jedes Jahr lockt das bezaubernde Blumenmeer unzählige Naturliebhaber ins Grüne.
Die Highlights in der Wallonie
Wer Fan der beiden belgischen Comic-Helden Tim und Struppi ist, sollte das Hergé-Museum besuchen! Das erstaunliche Gebäude aus der Feder des französischen Architekten Christian de Portzamparc beherbergt mehr als 80 Originalzeichnungen, 800 Fotos, Dokumente und Gegenstände. Nicht zu vergessen die bemerkenswerte Szenografie.
Geschichte hautnah erleben können Sie in Waterloo, wo der legendären Schlacht von Waterloo im Jahr 1815 gedacht wird, bei der sich die Armee Napoleons I. und die Armee des Herzogs von Wellington gegenüberstanden. Das Gelände, das sich über mehr als 20 Hektar erstreckt, birgt zahlreiche Besichtigungsmöglichkeiten: die Gedenkstätte, das Museum, das majestätische Panorama aus dem Jahr 1912, den Bauernhof von Hougoumont und den berühmten Löwen von Waterloo. Gut zu wissen: Neben zahlreichen Animationen gibt es auch eine Nachstellung der Schlachten mit Hunderten von Statisten, die jedes Jahr im Juni stattfindet.
Am Rande des Waldgebietes Forêt de Soignes befindet sich die Domaine Régional Solvay - La Hulpe, eine herrliche Parkanlage zum Flanieren und Spazieren. Der "Park der 1000 Rhododendren" beherbergt das Château de la Hulpe, das nach dem Vorbild der französischen Loire-Schlösser erbaut wurde und von französischen Gärten und einer üppigen Vegetation umgeben ist. Das Schloss ist leider nur bei (privaten) Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Aber keine Sorge, mitten im Herzen des Anwesens verbirgt sich der Schlossbauernhof. Er beherbergt die Fondation Folon, ein Museum, das dem belgischen Künstler Jean Michel Folon eine schöne Hommage erweist. Eine poetische Reise, die in Erinnerung bleibt.
Etwa 20 km südlich von Brüssel befindet sich die Abbaye de Villers. Ein schönes Relikt aus der Vergangenheit, das zum Flanieren einlädt. Die ehemalige Abtei wurde im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen gegründet. Nicht weniger als 900 Jahre Geschichte bergen die 50.000 m² mit ihren Mauern, Steinen, mittelalterlichen Gärten, Gewölben und Weinbergen.
Und schließlich das Château de Beloeil in der Provinz Hennegau, das an dieser Stelle nicht fehlen darf. Nicht umsonst wird dieser Ort als das Versailles Belgiens bezeichnet. Seit dem 14. Jahrhundert ist es die Residenz der Prinzen von Ligne. Diese scheuten keine Kosten und Mühen, um dem Schloss nach und nach einen französischen Stil zu verleihen. Das Schloss ist mit Mobiliar aus der fürstlichen Sammlung ausgestattet und enthält wertvolle Kunstwerke aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Die Bibliothek von Beloeil umfasst mehr als 20.000 kostbare Bücher und Manuskripte. Ein wunderbarer Ort, um in die Geschichte einzutauchen.