1847 wurde das Théâtre Royal des Galeries als Teil des ehrgeizigen architektonischen Projekts der Königlichen Sankt-Hubertus-Galerien erbaut. Angesichts der Tatsache, dass in Brüssel seinerzeit der Neoklassizismus vorherrschte, mag die von der italienischen Renaissance inspirierte Architektur überraschen.
Das Theater ist seinem ursprünglichen Anspruch, als reines Unterhaltungstheater zu dienen, bis heute treu geblieben. Highlight der Saison ist die traditionelle Revue zum Jahresende. Roter Samt, goldene Ornamente und ein hauptsächlich französischsprachiger Spielplan mit Klassikern (Feydeau, Molière, Sacha Guitry) und zeitgenössischen französischsprachigen Autoren (z. B. den Belgiern Eric-Emmanuel Schmitt und Anne-Marie Etienne) zeichen das Theater aus. Aber auch übersetzte Interpretationen von internationalen Klassikern (Shakespeare, Pirandello, Agatha Christie) mit moderner Interpretation kommen hier auf die Bühne.
Kleiner historischer Exkurs: Bei der Renovierung des Theaters im Jahr 1951 wurde Magritte damit beauftragt, die Decke des Zuschauerraums mit einem Wokenhimmel zu verzieren. Allerdings wurde er freundlich gebeten, dieses Mal auf seine typischen Schellen zu verzichten, die man für "zu düster" befand...