Die Schätze der ständigen Sammlungen der Brüsseler Museen

22 April 2026
Die Iguanodons von Bernisssart im Institut für Naturwissenschaften

Die Wechselausstellungen bringen regelmäßig neue Impulse und frischen Wind in die Brüsseler Museen, doch die großen ständigen Sammlungen bergen wahre Schätze, die die Zeit überdauern, und zahlreiche Geheimnisse, die es immer wieder neu zu entdecken gilt. Mit ihrer Beständigkeit und Kontinuität geben sie spannende Einblicke in die Brüsseler Kulturgeschichte. Wir stellen Ihnen einige der schönsten ständigen Sammlungen der belgischen Hauptstadt vor.

MONT DES ARTS

MIM - Musikinstrumentenmuseum

Hinter der überaus fotogenen Jugendstilfassade des MIM verbirgt sich eine beeindruckende Sammlung aus 1200 seltenen Musikinstrumenten. Über vier Etagen erstreckt sich die Ausstellung mit Blas-, Saiten-, Schlag- und Tasteninstrumente aus aller Welt, die den Besucher auf eine musikalische Zeitreise von der Antike bis zu Jean Michel Jarre einlädt. Mit dem Kopfhörer auf den Ohren können Sie zwischen aufwendig geschnitzten Trommeln aus dem Kongo, historischen Kniegeigen und dem ältesten Saxophon der Welt wandeln!

Musikinstrumentenmuseum innen - Instrumente

Königliche Museen der Schönen Künste

Wussten Sie, dass die Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens gerade einmal 2000 Kunstwerke ihrer insgesamt 20 000 Stücke umfassenden Sammlungen ausstellen? Das heißt, die altehrwürdigen Museen haben noch einiges in Reserve! In ihren Ausstellungsräumen kann man sich inmitten von Kunst aus der Zeitspanne zwischen dem 15. und dem 21. Jahrhundert treiben lassen. Zu sehen sind die Gemälde der großen Meister – von Rogier van der Weyden über Hieronymus Bosch bis hin zu Pierre Bonnard, Paul Klee oder Klimt.

Eine surrealistische Begegnung der dritten Art erwartet Sie im Magritte-Museum, wo eine "immersive" Szenographie durch das Werk voller überbordender Fantasie des berühmten belgischen Malers führt.

Königliche Museen der schönen Künste Belgiens - innen

PARC DU CINQUANTENAIRE - EU-VIERTEL

Museum der Kunstgeschichte

Das im Parc du Cinquantenaire gelegene Museum der Kunstgeschichte erweist sich als echtes Abenteuerterrain für Hobbyarchäologen und -historiker und natürlich auch ernsthaft kunstgeschichtlich interessierte Besucherinnen und Besucher. Bei einer Ausstellungsfläche von insgesamt 4 ha, die sich auf rund 140 Säle verteilen, gibt es so einiges zu entdecken: archäologische Ausgrabungsstücke, dekorative Kunst sowie Exponate aus der Antike und von nicht-europäischen Zivilisationen. Zu den Highlights der Sammlung zählt der gigantische Moai von den Osterinseln, d. h. 6 Tonnen Geschichte, verewigt auf einem knapp drei Meter hohe Andesitblock.

Gehören auch Sie zu denjenigen, die als Kind nachts regelmäßig von der peruanischen Mumie Rascar Capak (aus Tim & Struppi) heimgesucht wurden? Dann begeben Sie sich in den Saal 36: Hier können Sie mit "Dem-der-das-Feuer-des-Himmels-entfesselt" auf Tuchfühlung gehen. Tim & Struppi-Fans werden auch die Holzstatue mit dem Beinamen "mit zerbrochenem Ohr" wiedererkennen, die ebenfalls zu den Glanzstücken der Sammlungen zählt.

Museum der Kunstgeschichte innen - Totem

Kennen Sie den Museumpass?

Der museumPASSmusées ist Ihre Eintrittskarte für 270 belgische Museen, darunter 50 in Brüssel. Für nur 64,95 Euro können Sie ein Jahr lang faszinierende Museumssammlungen und Ausstellungen besuchen. Die perfekte Dauerkarte für passionierte Museumsgängerinnen und -gänger!

Königliches Armeemuseum

Zwischen mittelalterlichen Ritterüstungen, Panzern und den eindrucksvollen Kriegsflugzeugen – in diesem Museum können Sie hautnah und fast lebensecht in die Armeegeschichte eintauchen! Vom Mittelalter bis zur Luftwaffe zeigt das Museum eine reiche Sammlung an Exponaten. Von den Rüstungen, Artilleriegeschütze und anderen Kanonen im historischen Saal bis hin zu den kaiserlichen Schätzen im russischen Saal – zwischen dem Silberbesteck der Kosakenritter, den silbernen Trompeten der Garde oder auch der meisterhaften, 53 kg schweren, vergoldeten Punschschale (ein handbemaltes Unikat). Mit seinen mehr als 130 Flugzeugen (von denen man eines sogar betreten kann!) ist die Luftfahrt-Halle ein weiteres Highlight des Museums. Zu sehen sind einige seltene Exemplare, darunter das Wasserflugzeug Schreck-FBA und sein Rumpf für die U-Boot-Bekämpfung.

Planète vivante, Institut d'histoire naturelle

Autoworld

Funkelnde Karosserien, Spoiler und windschnittige Kurven … auf zu Autoworld, dem Brüsseler Automobilmuseum. Unter den beeindruckenden Glasdächern des Museums können knapp 300 Limousinen, Kutschen, Coupés und Motorräder bewundert werden, die die Geschichte des Autos und des Automobildesigns von den 1920er-Jahren bis heute nachzeichnen. Zu den Highlights der Sammlung zählen der majestätische Ehler Gala Sedan, das Hochzeitsgefährt Napoleons III. , der berühmte rote Jeep aus "Tim und Struppi im Reiche des schwarzen Goldes“ sowie der "La Jamais Contente“ (dt. der Nie Zufriedene). Dieses belgische Modell mit dem vielsagenden Namen war das allererste Elektroauto, das die legendäre 100-km/h-Marke knackte.

Planète vivante, Institut d'histoire naturelle

Institut für Naturwissenschaften

Am Ende der Rue Vautier im EU-Viertel zeichnet sich der Umriss eines riesigen Dinosauriers vor Ihnen ab: Es ist das Institut für Naturwissenschaften, das unter anderem die größte Dinosaurierausstellung Europas birgt. Wer die Iguanodons von Bernissart und die Menschheitsausstellung schon kennen, kann der Dauerausstellung des Museums einen Besuch abstatten: Lebendiger Planet.

Von der Giraffe bis zum Floh offenbart die Ausstellung eine moderne und interaktive Szenographie, bei der die Artenvielfalt mit mehr als 850 Land- und Meereslebewesen eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Eine immersive und informative Reise durch die Ökosysteme der Erde! 

 Institut für Naturwissenschaften - lebendiger Planet

HEYSEL

Designmuseum


Die Dauerausstellungen des Designmuseums verleihen altem Plastik neuen Glanz – mit einem außergewöhnlichen Sammelsurium farbenfroher und poppiger Alltags- und Gebrauchsgegenstände (von Tupperware über aufblasbare Sitze bis hin zur Sixties-Kaktus-Ikone von Guido Drocco & Franco Mello!). Von Pop-Art über Postmoderne bis hin zu den 2000er-Jahren hinterfragt diese quietschbunte Sammlung mit mehr als 2000 Plastikexponaten die Rolle des Designs in der zeitgenössischen Kultur. Nun ist es an Ihnen, in dieser überbordenden Inszenierung das "Hot Lips“-Telefon oder den Sessel "Sphère d’isolement“ (eine Polyesterkugel, die direkt einem Science-Fiction-Film entsprungen sein könnte) ausfindig zu machen!

Planète vivante, Institut d'histoire naturelle

SCHAERBEEK

Trainworld

Das Brüsseler Eisenbahnmuseum Trainworld entführt große und kleine Eisenbahnfans in die Welt der Schienen und Lokomotiven. Die von dem bekannten Brüsseler Comiczeichner François Schuiten gestaltete spektakuläre Szenographie beflügelt die Fantasie, während die Sammlungen spannende Einblicke in die außergewöhnliche Geschichte der Eisenbahn in Belgien geben – von der ersten Dampflokfahrt im Jahr 1835 bis hin zu den Zügen der Zukunft. Erleben Sie historische Lokomotiven hautnah, werfen Sie einen Blick in die legendären Luxus-Waggons der belgischen Königsfamilie und bewundern Sie Vintage-Plakate, Modelle, historische Uniformen und anderen technischen Kuriositäten!

Planète vivante, Institut d'histoire naturelle

TERVUREN

AfricaMuseum

Interaktive Elemente und vor allem ein kritischer Blick auf die Kolonialisierung – von der Vergangenheit über die Gegenwart bis hin zur Zukunft – prägen die Ausstellungsgestaltung des AfricaMuseum. Das Konzept findet sich auch in den moderneren Architekturelementen wieder, die sich harmonisch in das historische Gebäudeensemble aus dem Jahr 1910 einfügen.

Die ständigen Sammlungen offenbaren ganz unterschiedliche Facetten Zentralafrikas: aufwendig gearbeitete Masken, atemberaubende zoologische Sammlungen (vom Elefanten bis zum Schmetterling), Alltagsgegenstände und sogar eine Musikecke, in der Rumbamusik erklingt. Eines der originellsten Ausstellungsstücke ist vielleicht Moseka, der fast 2 Meter hohe Verkehrsroboter, dessen Kollegen in Kinshasa und anderen kongolesischen Städten den Verkehr regeln.

(c) Musée d'Afrique Centrale