Das Filet américain, die belgische Version des französischen Steak tartare, wird hier schon seit mehr als hundert Jahren zubereitet. Die typisch belgische Spezialität wurde hier in Brüssel erfunden, und bis heute schmeckt das Filet américain hier in Brüssel auch am besten!
Fleisch essen Sie am liebsten roh? Dann wird das Brüsseler Filet américain Ihnen sicherlich munden! Diese belgische Spezialität wird aus rohem Rindfleisch (gehackt, tache noire (Schenkelstück) oder bavette (Flankenstück), in erstklassiger Qualität), einem Eigelb, ein paar Blättchen Petersilie, gehackter Zwiebel, Kapern, Essiggürkchen, Salz, Pfeffer, ein wenig Senf, Worcestershire-Sauce und Mayonnaise zubereitet. Nicht zu vergessen natürlich die Portion belgische Pommes, die dazu zu verspeisen ist! Ja, die Belgier lieben ihr Filet américain. So sehr, dass sie es sogar als auf Brot (Américain préparé) oder im Sandwich (Américain martino) essen! Doch am besten schmeckt (und bekommt) einem das Filet américain sicherlich im Restaurant, wo es ganz frisch, vor Ihren Augen (und nicht in der Küche!) zubereitet wird. Wir verraten Ihnen die besten Adressen für dieses kleine Kostprobe der Brüsseler Gastronomie!
Au Vieux Saint-Martin
Der einzige, echte und wahre Erfinder des Rezepts des Filet américain ist Joseph Niels, der sein Handwerk im Hôtel Savoy de Londres erlernte. Ebenda feilte er an seinem Rezept, das er anschliessend in dem Brüsseler Restaurant La Taverne Royale den (begeisterten) Gästen vorsetzte. Als Niels sein eigenes Restaurant eröffnete, das Canterbury, strömten die Brüsseler Feinschmecker von nah und fern herbei, um sein berühmtes Filet américain zu verkosten. Das Rezept ist selbstredend streng geheim und streng gehütet. Die Nachkommen von Niels betreiben mehrere Restaurants: Au Vieux Saint-Martin (im Sablon-Viertel), im Canterbury (Flagey), im Au Savoy (Avenue Brugmann) und im Au Grand Forestier (in der grünen Gemeinde Boitsfort). Hier steht das Filet américain ganz oben auf der Speisekarte. Sie haben die Wahl!
Place du Grand Sablon 38, 1000 Brüssel
Vismet
Lassen Sie sich nicht von dem Namen des Vismet in die Irre führen. Zwar handelt es sich in der Tat in erster Linie um ein Restaurant für Meeresfrüchte, doch es landet durchaus auch Fleisch auf dem Teller. Und die Inhaber kennen ihre Klassiker aus dem Effeff. Chefkoch Tom Decroos ist ein Meister seines Fachs. Und so ist es eine wahre Freude, ihn in der offenen Küche wirken zu sehen, die in einen schlichten und geschmackvoll eingerichteten Speisesaal übergeht. Das Ambiente ist gediegen, aber entspannt, eben typisch Brüsselerisch. Das Filet américain wird hier selbstverständlich ganz frisch, à la minute, zubereitet und die dazu servierten Pommes frites sind hervorragend.
Place Sainte-Catherine 23, 1000 Brüssel
Bouillon Bruxelles
Im so genannten Ilôt Sacré, im Herzen der Brüsseler Altstadt, hat man ohnehin schon die Qual der Wahl. Wenn Ihnen der Sinn nach guter belgischer Hausmannkost steht, dann sind Sie bei Bouillon Bruxelles immer an der richtigen Adresse. Eine schöne, unaufgeregte Brasserie, wo man gut und (relativ) günstig isst. Das ganze im typischen Dekor einer traditionellen Brüsseler Brasserie. Das Filet américain wird hier mit einer Portion knuspriger, goldgelber Pommes Frites serviert, und zwar von einem Kellner in Uniform!
Rue des Dominicains 7-9, 1000 Brüssel
The Brasserie
Das wunderbar renovierte Börsengebäude verfügt auch über ein Restaurant, natürlich durch und durch belgisch! Bei der Namensgebung hat man wahrscheinlich nicht lange überlegt – und bei der Gestaltung der Speisekarte wahrscheinlich auch nicht. Warum auch lange suchen, wenn alles auf der Hand liegt? The Brasserie bietet belgische Brasserie-Küche, bei der der Einfluss des benachbarten Biermuseums Belgian Beer World deutlich zu spüren ist. "Belgitude" vom Feinsten.
Brüsseler Börse, 1000 Brüssel
Maison Vincent
Ein "Americain“ im Maison Vincent zu bestellen (und zu genießen!), ist ein echtes Erlebnis. Ganz wie in alten Zeiten wird das Gericht hier noch direkt am Tisch zubereitet – und zwar mit echtem Flair! Sobald man das Restaurant durch die Küche betreten hat, fühlt man sich im Maison Vincent wie zu Hause. Im Speisesaal fällt der Blick unweigerlich auf das fantastische, vor über hundert Jahren gelegte Kachelwandbild mit Fischerszene. Die Preisliste an der Wand stammt aus derselben Zeit, sie wurde zwar inzwischen aktualisiert, stimmt aber nach wie vor.
Rue des Dominicains 8, 1000 Brüssel
verdō
Ja aber sicher doch, auch die Veganer unter uns können den 100. Geburtstag des Filet américain feiern, denn bei verdō serviert man eine rein pflanzliche Version! Den Betreibern dieses Restaurants liegen Umweltschutz und Nachhaltigkeit sehr am Herzen... eher ungewöhnlich für eine Brasserie. Doch Verdõ ist der erste und beste Beweis, dass dieser Spagat durchaus gelingen kann. Auf der Speisekarte stehen noch weitere belgische Klassiker - von der Waterzooi-Eintupf bis zum Vol-au-vent-Blätterteigpasteten. Alle Produkte sind rein pflanzlich, jahreszeitlich, lokal und... köstlich!
Chaussée de Vleurgat 146, 1000 Brüssel