Vom Kunstberg zum Parc du Cinquantenaire: Entdecken Sie die Brüsseler Museumsmeile!

05 März 2025
nuit - lumière - bruxelles - monument

Mit über hundert Museen haben Kulturliebhaber in Brüssel eine geradezu überwältigende Auswahl. Dabei konzentrieren sich die Museen vor allem auf das Königlichen Viertel und das Europaviertel. Zeit für einen kleinen Streifzug! In einer knappen Stunde können Sie zahlreiche Top-Sehenswürdigkeiten und Meilensteine der belgischen Geschichte zu Fuß erlaufen.

Natürlich können Sie nicht alle Museen an einem Tag besichtigen, doch um Ihnen die Wahl zu erleichtern, geben wir Ihnen einen kleinen Überblick. Gutes Schuhwerk und eine Portion Neugierde – und los geht's!

Die Brüsseler Museumsmeile auf dem Stadtplan

Die „Museum Mile Map“ dient Ihnen als Orientierungshilfe. Klicken Sie auf die Karte, um den vollständigen Lageplan herunterzuladen. Oder begeben Sie sich zum Empfangsbüro von visit.brussels (Brussels Info Point, Rue Royale 2-4, 1000 Brüssel), wo Sie auch eine gedruckte Version und zusätzliche Tipps erhalten.

Museen rund um den Kunstberg

Der ideale Ausgangspunkt im Königlichen Viertel bildet sicherlich der Kunstberg: Hier zeigen sich Kunst und Geschichte auf geradezu majestätische Art und Weise! Die symbolträchtige Anhöhe verbindet die Brüsseler Oberstadt mit der Unterstadt – und so hat man von hier aus eine der schönsten Aussichten auf Brüssel. Gleichzeitig befindet man sich auch im kulturellen Epizentrum, das mit zahlreichen Museen und kulturellen Einrichtungen lockt.

Die Königliche Bibliothek Belgiens (KBR) (1) katapultiert Sie zurück in die mittelalterliche kulturelle Vergangenheit Europas: in die Zeit der Herzöge von Burgund. Hier finden Sie eine einzigartige Sammlung von Manuskripten aus dem 15. Jahrhundert, polyphoner Musik und illuminierten Miniaturen.

Die Königlichen Museen der Schönen Künste Belgiens (2) sind ein Muss für Liebhaber der flämischen Primitiven (Museum für Alte Kunst), der Kunstwerke des Jugendstils und des Symbolismus aus der Zeit von 1868 bis 1914 und einiger moderner Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auch das Magritte-Museum (3) befindet sich hier. Nirgendwo sonst auf der Welt finden Sie so viele Werke des belgischen Großmeisters des Surrealismus René Magritte wie hier.

Der Preis für die schönste Fassade des Mont des Arts geht zweifellos an das MIM (Museum für Musikinstrumente) (4). Bis heute kann man an der Fassade dieses ikonischen Jugendstilgebäudes ablesen, dass es sich hier früher um das Kaufhaus „Old-England“ handelte. Heute bietet es eine beeindruckende Sammlung von mehr als 8.000 Musikinstrumenten aus verschiedenen Epochen und Kulturen.

Und dann wäre da natürlich das Bozar (5): Dieser Palast der Schönen Künste ist ein wahrer Kulturtempel. Mit seinen Ausstellungen, Konzerten und zahlreichen anderen Aktivitäten ist das Bozar eine feste Größe in der Brüsseler Kulturlandschaft. Das Art-déco-Gebäude wurde von keinem Geringeren als Victor Horta, dem Urvater des Brüsseler Jugendstils, entworfen.

In guter Nachbarschaft, gleich nebenan, befindet sich die Cinematek (6). Das belgische Filmmuseum ist bekannt für seine umfangreiche Sammlung von Filmen, Plakaten, technischem Gerät und Dokumenten, die die Geschichte des Kinos illustrieren.

Für Geschichtsinteressierte gibt es zwei spannende Anlaufpunkte auf der Place Royale. Im Belvue-Museum (7) werden die Vergangenheit und die Identität Belgiens auf interaktive und leicht verständliche Weise erläutert. Das Coudenberg-Museum (8) ist eine archäologische Stätte mit unterirdischen Gängen, Kellern und Ruinen, die die Überreste des ehemaligen Brüsseler Palastes zeigen, der Karl V. einst als Residenz diente.

Und schließlich sind auch das Koreanische Kulturzentrum (9) und das Iselp (Höheres Institut für das Studium der plastischen Sprache) (10) einen Abstecher wert. Beide fungieren, jedes auf seine Weise, als Plattformen für die Forschung und Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur. 

Hier schlägt das Herz von Europa!

Unsere Tour führt uns nun weiter in Richtung Europaviertel. Auf dem Weg dorthin können Sie die Pracht des Königspalastes und des davorliegenden Parc de Bruxelles bewundern, um dann weiter Kurs auf den Place du Luxembourg im Herzen des EU-Viertels zu nehmen. Lauschen Sie dem babylonischen Sprachengewirr der 27 Mitgliedstaaten und spüren Sie das kosmopolitische Flair. Hier befinden Sie sich nicht nur im Zentrum der europäischen Entscheidungsfindung, sondern auch in einer Art Miniaturversion des Kontinents. Zur Stärkung können Sie sich in einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants niederlassen.

Auch hier wimmelt es vor Museen! Das Parlamentarium (11) ist das virtuelle Besucherzentrum des Europäischen Parlaments und der Europäischen Union. Hier erfährt man alles über die europäische Politik. Im Parc Léopold kann man im Haus der Europäischen Geschichte (12) mehr über historische Schlüsselmomente des Kontinents erfahren: von der Gründung der Europäischen Union über die Weltkriege und den Kalten Krieg bis hin zu den Bürgerrechtsbewegungen und der Entwicklung der europäischen Kultur. Sehr empfehlenswert, besonders in unruhigen Zeiten!

Genauso faszinierend ist das benachbarte Institut für Naturwissenschaften (13). Dieses Museum ist über die belgischen Landesgrenzen hinaus für seine Dinosaurierskelette bekannt, bietet aber noch viel mehr! Besucher erwartet eine beeindruckende Sammlung von Fossilien, Mineralien, Tier- und Pflanzenarten und botanischen Exponaten. Das Institut organisiert zudem eine breite Bandbreite von Aktivitäten, die von der wissenschaftlichen Forschung über die Bildung bis hin zur Erhaltung der biologischen Vielfalt reichen.

Wer sich von einer gewissen Grandiosität beeindrucken lassen möchte, sollte unbedingt das Musée Antoine Wiertz (14) besuchen. Tauchen Sie ein in die größenwahnsinnigen, dramatischen Gemälde dieses exzentrischen belgischen Künstlers aus dem 19. Jahrhundert. Da das Museum etwas weniger bekannt ist, können Sie die Werke in aller Ruhe genießen. Ein Besuch im ehemaligen Wohnhaus und Atelier des romantischen Malers lohnt sich in jedem Fall.

Der Parc du Cinquantenaire: eine Mischung aus Kulturerbe, Natur und Kultur!

Nur einen Katzensprung von den europäischen Institutionen entfernt erstreckt sich der Parc du Cinquantenaire. Hier befinden Sie sich noch im Europaviertel. Angelegt wurde er zu Ehren des 50. Jahrestages der belgischen Unabhängigkeit im Jahr 1880. Neben der natürlichen Schönheit und dem architektonischen Erbe bietet der Parc du Cinquantenaire auch eine Reihe von Museen.

Wir beginnen mit einem kleinen, aber faszinierenden Bauwerk: dem Pavillon der Menschlichen Leidenschaften (15). Dieses von Victor Horta entworfene architektonische Kleinod trägt denselben Namen wie das atemberaubende Marmorrelief im Inneren, eine Schöpfung des belgischen Bildhauers Jef Lambeaux. Der Pavillon ist nur an wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich, aber Sie können jederzeit zumindest einen kleinen Blick auf dieses Meisterwerk werfen: durch das Schlüsselloch!

Schlendern Sie durch die Parkanlagen weiter bis zum majestätischen Triumphbogen. Auch hier gibt es einige Schätze zu entdecken! Die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte (16) beherbergen eine einzigartige Sammlung antiker Kunst, Antiquitäten, Mumien und Artefakte aus alten Zivilisationen.

Interessieren Sie sich für Panzern, Flugzeugen und Militäruniformen? Das Königliche Museum für Armee und Militärgeschichte (17 bietet einen umfassenden Überblick über die Militärgeschichte Belgiens und der Welt, mit beeindruckenden Ausstellungen über Kriege, Armeen, Waffen und Luftfahrt. Der Eintritt zu den 45 Meter hohen Arkaden des Triumphbogens ist im Ticket inbegriffen. Von dort aus bietet sich Ihnen ein atemberaubendes Panorama von Brüssel. 

Autofans sollten einen Abstecher zu Autoworld (18) machen. Das Museum beherbergt eine der umfangreichsten Sammlungen von historischen und modernen Fahrzeugen Europas.

Den Abschluss bildet das Maison Cauchie (19), das direkt an den Parc du Cinquantenaire angrenzt. In diesem kleinen Museum befinden Sie sich in dem ehemaligen Wohnhaus und Atelier des belgischen Architekten Paul Cauchie. Ein echtes Kleinod aus dem frühen 20. Jahrhundert, der Blütezeit des Jugendstils.

Und damit sind wir am Ziel bzw. am Ende unseres Musuemsspaziergangs angekommen, der Ihnen hoffentlich spannende Einblicke in die Brüsseler Museumslandschaft gegeben hat.

Brussels Card

Mit der Brussels Card liegt Ihnen Brüssel zu Füßen

  • Freier Eintritt für mehr als 40 Museen.

  • Ermäßigungen für zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Restaurants, Bars, Clubs und Ausflüge.

  • Kostenlose Info-Broschüre, Stadtplan und Museumsführer.

  • Zusatzoptionen: Unbegrenzte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und der Hop-on-Hop-off-Busse sowie direkter Zugang zum Atomium.