Königliches Brüssel, zwischen Krone und Majestät

29 Juni 2026
Palais Royal de Bruxelles vue d'ensemble avec la place des Palais

Belgien ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der König, wie es so schön heißt, regiert, aber nicht entscheidet. Seit der belgischen Unabhängigkeit hat die Monarchie ihre königlichen Spuren in Brüssel hinterlassen! Begeben wir uns gemeinsam auf eine majestätische Spurensuche durch die königlichen Viertel der belgischen Hauptstadt...

Im Stadtzentrum: das Königliche Viertel

In der Brüsseler Oberstadt befindet sich das Königliche Viertel mit dem prächtigen Königspalast von Brüssel. Er besteht aus mehreren Gebäuden aus dem späten 18. Jahrhundert und ist der Arbeitsplatz des Königs. Es ist inzwischen schon Tradition, dass der Palast jedes Jahr einige Wochen lang im Juli und August rund um die Feierlichkeiten zum belgischen Nationalfeiertag am 21. Juli seine Pforten öffnet. Besucher haben dann die Gelegenheit, die prunkvollen Salons, Säle und Gänge zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Wussten Sie, dass der König jeden Morgen zwischen seiner königlichen Residenz in Laeken und seinem Arbeitsplatz pendelt? Zu besonderen Anlässen – von Staatsbesuchen bis zur Parade am 21. Juli – wird der König von einer Eskorte zu Pferd begleitet, die Teil der Föderalen Polizei ist.

Auch die Umgebung des Königspalasts steht ganz im Zeichen der Monarchie. Der Parc de Bruxelles, auch bekannt als Parc Royal, grenzt an den Königspalast und diente einst dem früheren Königspalast Palais du Coudenberg als Garten. Seine schnurgeraden Alleen und Rasenflächen laden zum Flanieren und Verweilen ein. Wenn Sie um den Palast herumgehen, gelangen Sie in der kleinen Rue Brederode zum „norwegischen Chalet” oder „Schweizer Chalet”, das Leopold II. bei einem norwegischen Architekten in Auftrag gegeben hatte, um dort die Verwaltungsbüros seiner afrikanischen Kolonien unterzubringen.

In Laeken: die Königliche Domäne und ihre Umgebung

Diese „Tracé Royale“, d. h. die königliche Trasse, verbindet die beiden wichtigsten königlichen Anwesen: den Brüsseler Königspalast und das Schloss von Laeken, das dem König und seiner Familie als Residenz dient und dessen Hauptteil aus dem Jahr 1784 stammt. Das Schloss selbst kann zwar nicht besichtigt werden, aber die daran angrenzenden berühmten Königlichen Gewächshäuser von Laeken sind jedes Jahr im Frühling drei Wochen lang für die Öffentlichkeit zugänglich. Das prächtige gläserne Bauwerk stammt aus der Feder von Alphonse Balat, einem der wichtigsten Architekten von König Leopold II. Die Besichtigung umfasst auch einen Spaziergang durch die Gärten der Königlichen Domäne. 

Im öffentlichen Park von Laeken ragt das Dynastie-Denkmal in den Brüsseler Himmel. Es handelt sich um ein 43 Meter hohes neugotisches Denkmal zu Ehren des ersten Königs der Belgier, Leopold I. Am Rande des Parks befindet sich die berühmte Kirche Notre-Dame de Laeken, die nach dem Tod der ersten Königin der Belgier, Louise-Marie d'Orléans, erbaut wurde und eine Krypta umfasst, in der die Mitglieder der Königsfamilie beigesetzt sind. Die Kirche und ihr bemerkenswerter Friedhof sind zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet, während die Krypta nur an einigen Tagen zugänglich ist.

In der Nähe der königlichen Domäne lohnt sich ein Abstecher zu einer Reihe von Grünanlagen. Der Park Sobieski wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise als königlicher Obstgarten angelegt, der den Hof versorgte. Dort gab es insbesondere Zwergbäume, an denen Gäste Orangen, Pfirsiche oder Aprikosen pflücken konnten. Die Jardins du Fleuriste wurden im Jahr 1900 zu einem Ziergarten umfunktioniert. Der Jardin Colonial hingegen wurde mit dem Ziel angelegt, Pflanzen aus dem Kongo anzubauen und zu erforschen. Die drei sehr unterschiedlichen Gärten sind heute für die Öffentlichkeit zugänglich und bewahren die faszinierenden Spuren ihrer Vergangenheit.

Der königliche Einfluss in Brüssel beschränkt sich jedoch nicht nur auf Architektur, Parks und Menschen. Er umfasst auch eine ganze Reihe gesellschaftlicher, kultureller und medizinischer Initiativen. Ein Beispiel? Der berühmte Internationale Musikwettbewerb Königin Elisabeth, der zu den renommiertesten Musikwettbewerben der Welt zählt! Der 1937 von Königin Elisabeth ins Leben gerufene Wettbewerb wollte jungen Virtuosen eine Plattform bieten, er findet jedes Jahr im Frühjahr in Flagey und Bozar statt.

Wussten Sie, dass der beliebte Parc Duden in Forest von dem Art-déco-Stadion Joseph Marien flankiert wird, das von dem Fußballverein Union Saint-Gilloise genutzt wird. Sowohl der Park als auch das Stadion sind Teil der „Donation Royale“, d. h. der Königlichen Schenkung. Sie wurde 1930 vom belgischen Staat gegründet, um die Verwaltung, Pflege und Erhaltung des beweglichen und unbeweglichen Kulturerbes (Parks, Wälder, Gebäude usw.) sicherzustellen. Das Vermögen stammt aus einer Schenkung Leopolds II. an den belgischen Staat und umfasst eine beeindruckende Reihe von Gütern, die er während seiner Regierungszeit erworben hatte. Ein Teil der Besitztümer steht dem König zur Verfügung, wie beispielsweise das Schloss und der Park von Laeken, andere werden vermietet oder anderweitig genutzt, wie z. B. der Parc Duden und das Joseph-Marien-Stadion.

Parc Duden avec château Duden