Die Renaissance in Brüssel: eine Blütezeit, die ihre Spuren hinterlassen hat

03 Juli 2026
Détail d'une œuvre de Bruegel

  

Die Renaissance war eine Zeit der großen Umbrüche und der kulturellen Aufbruchstimmung in Europa. Eine Epoche, die Brüssel entscheidend geprägt hat. Denn was wäre die Stadt ohne Figuren wie Karl V., Erasmus, Bruegel, die Grafen von Egmont und Hornes, Justus Lipsius oder van Orley? Und was ist mit der Architektur? Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts gab es offenbar die nötige Infrastruktur für eine Weiterentwicklung der Stadt. Mit dem Ergebnis, dass es in Brüssel heute nur noch wenige Gebäude aus dem 16. Jahrhundert gibt. Werfen wir einen Blick auf den damaligen Reichtum in Brüssel, auch wenn sicherlich nicht alles rosig war...

Nicht nur die Figur Karls V., sondern auch die Überreste seines Coudenberg-Palasts sind untrennbar mit der Epoche der Renaissance verbunden. Die Kirche Notre-Dame du Sablon ist eng mit der historischen Prozession Ommegang verbunden, während die Kathedrale Saints-Michel-et-Gudule zahlreiche Schätze aus dem 16. Jahrhundert birgt. Möchten Sie mehr über diese Highlights der Renaissance erfahren?!

Bereits im 16. Jahrhundert genoss Brüssel einen herausragenden Ruf im Bereich der Künste, und bis heute zeugen die Museen der belgischen Hauptstadt – die Musées royaux des Beaux-Arts, das Musée Art & Histoire, KBR museum – davon. Bernard van Orley beispielsweise ist bekannt für seine atemberaubenden Gemälde und Entwürfe für Wandteppiche. Tatsächlich gab es im 16. Jahrhundert einen ganzen Zweig, der sich auf die Herstellung hochwertiger Wandteppiche spezialisiert hatte – eine echte Luxusindustrie, die die fürstlichen Residenzen ganz Europas belieferte. Die Familie Bruegel brachte gleich mehrere Künstler hervor. Der berühmteste von ihnen ist sicherlich Pieter Bruegel der Ältere, der für seine Gemälde und Stiche mit ihrer besonderen Farbgebung bekannt ist – er heiratete in der Kirche Notre-Dame de la Chapelle und wurde dort 1569 beigesetzt, wie eine Grabplatte in der Kirche noch heute bezeugt. Auf dem Place de la Chapelle zeigt ihn eine Statue bei der Arbeit. 

Das Anwesen, das einst der Familie Clèves-Ravenstein gehörte und heute hauptsächlich von der Bibliothek der Cinematek genutzt wird, ist eines der wenigen Beispiele für ein Brüsseler Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert – auch wenn sein ursprünglicher Kern aus dem späten 15. Jahrhundert stammt. Es handelt sich um ein bemerkenswertes Ensemble, das im brabantischen Gotikstil erbaut wurde – einer regionalen Abwandlung des bekannten mittelalterlichen Stils. 

Das eindrucksvolle Glockenspiel am Fuße des Kunstbergs steht seit 1965 an dieser Stelle und ist inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe. Das Glockenspiel zieren 12 Statuetten – entsprechend den 12 Stunden. Es handelt sich um bedeutende Figuren der Brüsseler Geschichte, unter ihnen Karl V. und der Graf von Egmont, auf den wir später noch zurückkommen werden.

Das Sablon-Viertel, das heute so elegant und gediegen wirkt, war nicht immer so. Der Palais d’Egmont, von dem ein Teil aus dem 16. Jahrhundert stammt, war von aristokratischen Herrenhäusern umgeben und befand sich in unmittelbarer Nähe zum Hof. An das 1568 abgerissene Hôtel de Culembourg, Rue des Petits-Carmes 20, erinnert heute nur noch eine Gedenktafel. Es diente einst als Versammlungsort für eine Gruppe von Adligen, die sich gegen repressive Politik des spanischen Regimes von Philipp II. auflehnten. Es folgte die berüchtigte Enthauptung der Grafen von Egmont und Hornes auf dem Grand-Place, die die Verhandlungen mit dem spanischen Machthaber führten. Daran erinnert noch heute eine an einer der Säulen am Eingang des Maison du Roi angebrachte Gedenktafel.

Auch der Square du Petit Sablon nimmt Sie mit auf eine Reise ins 16. Jahrhundert: In der Mitte des Platzes befindet sich eine Statue der Grafen von Egmont und Hornes, während der Rand mit Statuen von Persönlichkeiten gesäumt ist, die die damalige Epoche in Brüssel geprägt haben. 

Erwähnenswert ist natürlich auch das Maison d’Érasme in Anderlecht. Das gotische Gebäudeensemble wurde in zwei Teilen erbaut, der zweite im Jahr 1515. Erasmus, der große Philosoph, Theologe und wichtiger Vertreter des Humanismus lebte hier im Jahr 1521. Zu besichtigen gibt es ein Museum über das Leben von Erasmus und das geistige Erbe der Renaissance sowie den angrenzenden Beginenhof. 

Wir schließen mit dem Mercator, einem der großen Pioniere in der Geschichte der Kartographie, dessen Werke in den Sammlungen der Königlichen Bibliothek Belgiens (KBR) zu bewundern sind. 

Spezialwissen, mit dem Sie glänzen können

Und auch die Brüsseler Toponymie ist voller Bezüge zur Renaissance: Da wären das Erasmus-Krankenhaus, das Justus-Lipsius-Gebäude, die Avenue de la Renaissance, die Avenue Charles Quint, die Rue Brederode – benannt nach Henri de Brederode, der ebenfalls enthauptet wurde, weil er sich dem Aufstand gegen die spanische Unterdrückung angeschlossen hatte – usw. Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Stadt geht, findet die Spuren der Renaissance an vielen Orten.