Brüssel, Hauptstadt des Jugendstils

Maison Cauchie - Huis Cauchie
(Paul Cauchie 1904)
Rue des Francs - Frankenstraat
Etterbeek - Etterbeek
© visit.brussels - Jean-Paul Remy - 2017

Es war im Jahr 1893, als der berühmte Brüsseler Architekt Victor Horta dem Hôtel Tassel den letzten Schliff verlieh und damit den Brüsseler Jugendstil begründete. Tatsächlich sollten die beeindruckend moderne Fassade und das prächtige Interieur mit aufwendig gearbeiteten Buntglasfenstern, Mosaiken und schmiedeeisernen Elementen Architekturgeschichte schreiben. Die typischen Elemente leiteten eine wahre ästhetische Revolution ein. Der Jugendstil war geboren und breitete sich in ganz Europa aus.

Wussten Sie, dass es in Brüssel mehr als tausend Jugendstilbauten gibt? Zahlreiche Straßenzüge sind von atemberaubenden Jugendstilfassaden gesäumt, hinter denen sich nicht minder spektakuläre Interieurs verbergen… 

🎫 Sparen Sie mit dem Jugendstil-Pass!

Mit dem Jugendstil-Pass Art Nouveau Pass können Sie die spektakulärsten und schönsten Bauwerke des Brüsseler Jugendstils besonders preisgünstig besichtigen! Der Pass macht Ihren Besuch nicht nur günstiger, sondern ist auch noch praktisch. Sie haben 9 Monate Zeit, um 3 Bauten Ihrer Wahl zu besichtigen. Darüber hinaus erhalten Sie Ermäßigungen bei verschiedenen Führungen durch Brüssel, in Jugendstilgeschäften und Brasserien.

Eine Initiative von Brussels Museums und urban.brussels, in Zusammenarbeit mit visit.brussels. 

Meisterarchitekten des Jugendstils

  

  • Victor Horta ist der große Brüsseler Stararchitekt des Jugendstils! In die Lehre ging er bei Alphonse Balat, aus dessen Feder die majestätischen, ja königlichen Gewächshäuser von Laeken stammen. Ab 1893 erhielt er als architektonischer
    Vorreiter zahlreiche prestigeträchtige Aufträge, bei denen er die großen Achsen seiner Kunst immer wieder unter unter Beweis stellte: Rationalität, Kraft, Ästhetik und Wohnlichkeit. Es ist der Beginn einer langen Serie von Bauwerken mit einer ganz neuen Art der Raumgestaltung, geprägt von lichtdurchfluteten Räumen und kunstvollen Fenstern – ein alles andere als banaler Stil. Vier von ihnen (das Hôtel Tassel, das Hôtel Solvay, das Hôtel van Eetvelde und das Wohnhaus und Atelier Hortas) zählen übrigens zum
    UNESCO-Weltkulturerbe. Hut ab!

  • Paul Hankar 
    Paul Hankar ist neben Victor Horta ein weiterer Jugendstilpionier. Sein privates Wohnhaus in
    der Gemeinde Ixelles, das Maison Hankar, gilt übrigens als eines der Manifeste des Jugendstils. In die Annalen eingegangen ist jedoch das Hôtel Ciamberlani, das er für den gleichnamigen Maler entwarf. Seine Fassade mit beeindruckenden Sgraffiti und riesigen Bogenfenstern (es heißt, den ersten dieser Art in Belgien) offenbart das wegbereitende Talent des Architekten.

  • Gustave Strauven 
    Gustave Strauven wurde in Schaerbeek geboren – und genau in dieser Brüsseler Gemeinde und in den Nachbargemeinden (Saint Josse und Etterbeek …) war er tätig. Man erkennt seine typische Handschrift an kühnen ästhetischen Entscheidungen mit chromatischen Experimenten, maurisch inspirierten Bögen und bemerkenswerten Schmiedearbeiten. Sein bekanntestes Meisterwerk ist das Maison Saint Cyr, dessen spektakuläre Fassade auf einer gerade einmal 4 m breiten Parzelle steht! 

  • Paul Hamesse
    Den Hamesses liegt die Architektur im Blut: Gemeinsam mit seinen Brüdern Georges und Léon gründet Paul 1910 ein familiengeführtes Architekturbüro. Elegante Fassaden, Geschäfte zur Straße hin, Theater, Kinos (darunter das heutige Palace) und Restaurants (L’Ultieme
    Hallucinatie): Das Hamesse-Trio prägt das Dekor zahlreicher Vergnügungsstätten. Ihr Stil, im Vergleich zu den Jugendstilpionieren nüchterner und geometrischer, lehnt sich an die Glasgower Schule und die Wiener Sezession an.  

  • Henri Van de Velde
    Man kann wohl ohne jeden Zweifel behaupten, dass Van de Velde ein Tausendsassa war! Als Maler, Architekt, Innenarchitekt, Dozent und Kunsttheoretiker war er ein echtes Multitalent. Er entwarf nicht nur Häuser, sondern auch Tapisserien, Tapeten, Möbel und sogar Schmuck
    und schlug eine internationale Karriere ein, die in nach Deutschland und in die Schweiz führte. Zu seinen Brüsseler Bauten zählt unter anderem die Villa Bloemenwerf mit ihren drei Giebeln im Landhausstil und dem prächtigen Hôtel Otlet, dessen Innenausstattung er gestaltet hat.

Oder lieber Art déco?

Auch für die klaren Linien des Art déco sind Sie in der belgischen Hauptstadt genau richtig. Möchten Sie mehr über die Brüsseler Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Architekten dieser Stilrichtung erfahren?