Am belgischen Nationalfeiertag am 21. Juli begeht Belgien mit buchstäblichen und sprichwörtlichen Pauken und Trompeten ein weiteres Jahr seines Bestehens (seit 1830!). Festivitäten gibt es überall im Land, doch man hat fast den Eindruck, dass die Trikolore in der Hauptstadt besonders fröhlich im Wind flattert, während die Straßen in ein schwarz-gelb-rotes Farbenmeer getaucht sind. Zeit für einen Überblick über die besten Festveranstaltungen, um Belgien gebührend zu feiern und den belgischen Frohsinn hautnah zu erleben!
Das Programm
Am Vorabend des Nationalfeiertags macht der "Bal National“ den Anfang. Dann verwandelt sich der legendäre Flohmarktplatz Place du Jeu de Bal mit seinem holprigen Kopfsteinpflaster im urigen Marollenviertel in ein riesiges Freilicht-Volksfest – der Eintritt ist frei! Hier kann man unter dem Sternenhimmel lautstark belgische Klassiker mitsingen und bis in die frühen Morgenstunden schwofen.
Und am Tag selbst geht die Feier unvermindert weiter! Den ganzen Tag über gibt es zahlreiche Aktivitäten, Unterhaltungsprogramm und Darbietungen zwischen Justizpalast und Parlament – von der Militär- und Zivilparade über das Armee- und Polizeidorf, den Kindersporttag im Parc de Bruxelles bis hin zu zahlreichen anderen Ständen.
Im Schlemmerland Belgien pflegt man an diesem Tag natürlich auch die kulinarischen Traditionen: An den langen Tischen des "Resto National“, das auf dem Place du Jeu de Bal seine Zelte aufschlägt, werden Berge von Miesmuscheln mit Pommes serviert.
Krönenden Abschluss bildet das festliche Abendprogramm im Parc du Cinquantenaire mit Konzerten und einem beeindruckenden Spektakel zwischen Feuerwerk, Laser- und Drohnenshow!
Die belgischen "Kronjuwelen"
Man vergisst leicht, dass Belgien eine konstitutionelle Monarchie ist. Der belgische König hat zwar nur eine begrenzte politische Macht, doch seine Symbolkraft ist bis heute ungebrochen. Seit der Unabhängigkeit Belgiens hat das Königshaus die Stadt auf seine Weise geprägt. Wir nehmen Sie mit auf eine majestätische Entdeckungstour und zeigen Ihnen die königlichen Seiten von Brüssel!
Belgien in vollen Zügen!
Jedes Jahr im Sommer kann man die Arbeitsstätte von König Philippe und Königin Mathilde besichtigen. In diesem Jahr öffnet der Brüsseler Königspalast vom 3. Juli bis zum 16. August seine Pforten für die Öffentlichkeit. Flanieren Sie durch majestätische Salons, historische Säle, den prächtigen Thronsaal und andere Flügel des Palasts, die normalerweise für offizielle Empfänge genutzt werden.
Weniger prunkvoll, aber auf ihre Weise ebenso bedeutsam, ist die typisch Brüsseler Tradition des Meybaum-Setzens. Der Meybaum – eine junge Buche – muss jedes Jahr am 9. August an der Kreuzung zwischen der Rue du Sable und der Rue du Marais gesetzt werden. Der Legende nach reicht die Tradition bis ins Jahr 1213 zurück, als Brüssel in einer folkloristischen Fehde einen Sieg über die Stadt Leuven errang. Das historische Ereignis wird jedes Jahr symbolisch mit einem Umzug mit Riesenfiguren, Blaskapellen und einer gehörigen Portion Brüsseler Zwanze-Humor gefeiert.
Auch der Blumenteppich auf dem berühmten Brüsseler Grand Place hat sich einen festen Platz im Folklorekalender erobert. Alle zwei Jahre wird der historische Platz in der Brüsseler Altstadt mit einem farbenprächtigen, aus einer halben Million Blumen „geknüpften“ Teppich bedeckt: ein atemberaubender Anblick, den man vom Rathausbalkon aus besonders gut bewundern kann. Dabei steht jede Ausgabe unter einem anderen Motto. Dieses Jahr werden die engen Bande zwischen Japan und Belgien gewürdigt. Und so ist die diesjährige Inspirationsquelle des Teppichmotivs Hokusais berühmtes Werk „Die große Welle vor Kanagawa“.
Zum Abschluss darf ein Besuch auf der knallbunten Kirmes Foire du Midi mit ihrem leicht übersteuerten Charme nicht fehlen. Es handelt sich um einen der größten Jahrmärkte Europas, der mitten in der Stadt stattfindet. Es locken Fahrgeschäfte, Spielstände und Fressbuden – von typischen Caracole-Schnecken über belgische Fritten bis hin zu zuckrigen Waffeln. Ein typisch belgisches Vergnügen für Groß und Klein!